E-Paper - 28. November 2019
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Wer hat Recht?

Lohnabzug wegen angeordneter Minusstunden?

Frage: Seit einiger Zeit läuft unser Geschäft schlecht. Der Chef hat deshalb angeordnet, wir Angestellten hätten Überstunden abzubauen. Obwohl das Überstundenguthaben bei vielen schon aufgebraucht ist, müssen wir weiterhin zu Hause bleiben, erhalten aber den vollen Lohn. Die Fehlstunden könnten wir später bei guter Auslastung wieder kompensieren, sagt der Chef. Wie verhält es sich aber, wenn eine Seite den Vertrag kündigt? Darf das Geschäft den letzten Lohn kürzen?

Antwort: Nein. Wenn Ihr Chef die angebotene Arbeitsleistung nicht annimmt, spricht man von einem Annahmeverzug. Das Obligationenrecht sagt dazu, dass Angestellte weiterhin den Lohn zugut haben. Auch müssen sie die Arbeit später nicht nachholen. Ausnahmen sind möglich, wenn es im Arbeitsvertrag steht oder wenn die Existenz des Betriebs gefährdet ist. Das wirtschaftliche Risiko liegt aber beim Arbeitgeber. Im Streitfall müssten Sie beweisen können, dass Sie Ihre Arbeitsleistung angeboten haben. Dies wäre nur dann nicht nötig, wenn der Chef eindeutig auf Ihr Erscheinen verzichtet hätte und Sie dies belegen könnten, zum Beispiel mithilfe von Zeugen oder eines Briefes. Sonst würde ich raten, dem Arbeitgeber Ihre Arbeitskraft per Einschreiben zur Verfügung zu stellen.

Wasser trat schleichend aus muss die Versicherung zahlen?

Frage: An unserem 15-jährigen Haus haben wir einen Wasserschaden entdeckt und der Versicherung gemeldet. Laut Sanitär tropfte das Wasser schon seit Jahren und staute sich hinter einer Wand, sodass wir es nicht entdecken konnten. Die Reparaturkosten betragen 20'000 Franken. Die Gebäudewasserversicherung sagt nun, sie müsse die Kosten nicht übernehmen, weil das Leck älter als zwei Jahre sei. Ist das so? Antwort: Falls das Leck schon so alt wäre, könnte sich die Versicherung tatsächlich aus der Affäre ziehen. Die Verjährungsfrist beträgt zwei Jahre. Versicherer müssen also nur für Schäden aufkommen, deren Ursache maximal zwei Jahre zurückliegt. Für Hausbesitzer kann das natürlich schreckliche Folgen haben. In der laufenden Gesetzesrevision soll die Frist denn auch von zwei auf fünf Jahre verlängert werden. So ganz würde ich mich an Ihrer Stelle mit dem Bescheid der Versicherung nicht abfinden. Es könnte sich lohnen, das Alter des Lecks von einem Experten beurteilen zu lassen.

Thomas Müller Tel 043 535 00 00

Untersee Nachrichten vom Donnerstag, 28. November 2019, Seite 32 (12 Views)

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