E-Paper - 28. November 2019
Frauenfelder Nachrichten
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Timeout: eine Chance für die Kinder

Im Sommer startete die Frauenfelder Timeout-Klasse nach einem einjährigen Unterbruch ins neue Schuljahr. In einem Einfamilienhaus bereiten vier Fachpersonen die Schüler gezielt auf ihre weitere schulische und berufliche Laufbahn vor.

Frauenfeld «Wir setzen alles daran, dass unsere Sekundarschüler die Timeout-Schule nach einem vier- bis sechsmonatigen Aufenthalt gestärkt verlassen», sagt Schulleiterin Sibylle Flückiger. Sie erklärt: «Mich interessieren Kinder mit einem speziellen Verhaltensmuster und wie die Schule mit ihnen umgeht». Ihr zur Seite stehen die beiden Lehrpersonen Christian Barlea und Petra Soller, die momentan sechs Schüler unterrichten. Sozialarbeiterin Ursula Lenherr und Familiencoach Franz Schalk vervollständigen das Team.

Kochen und Mathematik

«Unsere Schüler sind aus den verschiedensten Gründen hier, wie beispielsweise wegen Defiziten im sozial-emotionalen Bereich oder wegen besonderen Konflikten im Unterricht, auf dem Pausenplatz oder in der Freizeit», erklärt die Schulleiterin. Vor einem Eintritt in die Timeout-Klasse müssen alle übrigen Optionen ausgeschöpft werden. Den Entscheid fällen schliesslich die abgebende und die aufnehmende Schulleitung in Zusammenarbeit mit den Eltern und der Behörde. Maximal können acht Schüler aufgenommen werden. Diese stammen aus Frauenfeld und der Umgebung. Ein Blick auf den Stundenplan zeigt die grosse Vielfalt des Fächerangebots. Der Unterricht beginnt in der Regel um acht Uhr mit einer Morgenrunde und endet um 16.30 Uhr mit der Abendrunde. Unterrichtet wird in den üblichen Schulfächern und diese werden ergänzt durch die Berufswahl, Projekte und der Hausaufgabenstunde am Schluss des Tages. Am Montag findet zwischen 16 und 18 Uhr das wöchentliche Familiencoaching statt. Hier geht es darum, die Eltern zu stärken. Die Kinder sollen selbständig und in den gesamten Tagesablauf mit einbezogen werden. Sie helfen beim Einkaufen, beim Kochen, beim Tischdecken und bei Arbeiten nach dem Mittagessen und im Garten. Im Rahmen des Berufswahlunterrichts haben die Schüler die Aufgabe, selbständig nach Schnupperlehrstellen anzufragen und sich zu organisieren. Der Unterricht erfolgt nach den Grundsätzen des Lehrplans der Volksschule Thurgau und die Noten aus den Prüfungen finden Niederschlag im normalen Zeugnis. Für die Schulleiterin ist der ganzheitliche Ansatz von grosser Bedeutung und ihr Ziel besteht darin, dass die Kinder zur Ruhe kommen, damit sich ihr Leben in der Schule und in der Familie beruhigt und sie nach ihrem Aufenthalt gestärkt und mit einer Perspektive in einer Regelklasse, bei einer anderen schulischen Lösung oder im Berufsleben einen optimalen Anschluss finden.

Werner Lenzin

Frauenfelder Nachrichten vom Donnerstag, 28. November 2019, Seite 8 (12 Views)

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