E-Paper - 07. November 2019
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Wer hat Recht?

Kann ich das Leasingauto zurückgeben?

Frage: Vor einem Monat habe ich bei einer Garage ein neues Auto geleast, das schon nach wenigen Tagen keinen Wank mehr machte und abgeschleppt werden musste. Das Ganze wiederholte sich eine Woche später. Gestern ist der Wagen nun erneut stehen geblieben. Der Garagist kann sich die Pannen nicht erklären und bittet mich um Geduld. Wie lange muss ich zuwarten, bis ich dieses Montagsauto zurückgeben kann?

Antwort: Hätten Sie den Wagen gekauft, wäre die Antwort einfach. Denn im Kaufrecht gilt die Faustregel, dass man nach drei erfolglosen Reparaturversuchen die sogenannte Wandelung verlangen kann, also die Rückgabe des Fahrzeugs gegen Erstattung des Kaufpreises. Sie haben das Auto aber geleast, und daher ist die Sache komplizierter. Denn beim Leasing sind drei Parteien involviert: Die Leasingfirma kauft dem Garagisten den Wagen ab und «vermietet» ihn dem Kunden, der dafür eine Monatsrate zahlt. Vertragspartnerin des Kunden ist die Leasinggesellschaft, obwohl der Vertrag beim Garagisten unterschrieben wird.

Im Kleingedruckten Ihres Leasingvertrages steht, Sie müssten sich bei Problemen an die Garage halten und die Leasingrate auch dann bezahlen, wenn Sie das Auto wegen Reparaturarbeiten nicht benützen können. Nicht einmal ein Ersatzauto steht ihnen zu. Solche einseitigen Vertragsklauseln sind branchenüblich. Ob sie auch zulässig sind, ist unter Juristen umstritten.

Was also tun? Schicken Sie der Garage eine Mängelrüge, in der Sie das Problem schildern und ver

langen, dass es umgehend gelöst wird. Eine Kopie davon sollte an die Leasingfirma gehen, beides am besten eingeschrieben. Protokollieren Sie von nun an alle Kontakte mit der Garage und der Leasinggesellschaft. Und bestehen Sie darauf, dass Ihnen die Garage alle vorgenommenen Reparaturen schriftlich bestätigt. Wichtig auch: Wehren Sie sich, wenn die Leasingfirma die Verantwortung auf die Garage abschieben will, denn gemäss Vertrag steht Ihnen ein funktionierendes Fahrzeug zu.

Sollte das Auto nach der dritten Reparatur erneut streiken, wäre wohl ein persönliches Gespräch mit allen Beteiligten angezeigt. Idealerweise würde die Leasinggesellschaft dann vom Garagisten die Rückabwicklung des Geschäfts verlangen. Sie selber sollten darauf drängen, dass Sie entschädigungslos aus dem Leasingvertrag aussteigen können. Von einer Kündigung würde ich Ihnen abraten, weil Leasinggesellschaften dann die Monatsrate rückwirkend erhöhen, was zu einer happigen Nachforderung führt.

Thomas Müller

Rechtsberatung

8525 Niederneunforn

Telefon 043 535 00 00

www.mein-hausjurist.ch

Weinfelder Nachrichten vom Donnerstag, 7. November 2019, Seite 28 (16 Views)

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