E-Paper - 07. November 2019
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5G-Antenne in Nussbaumen: «Es gäbe bessere Standorte»

Von Janine Sennhauser

Die Informationsveranstaltung zur geplanten 5G-Antenne in Nussbaumen war eine emotionale Angelegenheit.

Nussbaumen Das Thema 5G scheint niemals langweilig zu werden. Auch im Dorf Nussbaumen nicht. Denn am Standort Altwingerten, wo der Betrieb Thurnheer Obst steht, will die Swisscom eine entsprechende Antenne bauen. 25 Meter hoch soll sie sein, die Visiere thronen bereits auf dem Grundstück. Am 25. Oktober wurde das Baugesuch öffentlich aufgelegt. Die «Interessengemeinschaft gegen die Mobilfunkantenne am Standort Altwingerten» bat den Gemeinderat um eine öffentliche Informationsveranstaltung. Die dieser schliesslich organisierte, denn «es ist ja nichts geheim, wir wollen alles auf den Tisch legen», sagt der Hüttwiler Gemeindepräsident Hanspeter Zehnder.

«Nicht strahlenfrei»

Dass die Infoveranstaltung emotional sein würde, hat Zehnder erwartet. Nur einige Aussagen der Gegner haben ihn gemäss eigenen Aussagen erstaunt. «Es wird immer gesagt, Nussbaumen sei strahlungsfrei. Aber nur, weil dort keine Handyantenne steht, ist das Dorf nicht strahlungsfrei. Immerhin haben sie ja auch GPS - diese Infos schickt nicht der heilige Geist.» Die Strahlenbelastung in Nussbaumen sei nicht tiefer als diejenige in Hüttwilen. Zehnder gibt sich neutral, aus dem Gespräch mit ihm geht jedoch hervor, dass ihm der geplante Standort nicht behagt. «Nussbaumen hat ein sehr schönes Ortsbild. Ein 25 Meter hoher Mast macht das Dorf nicht schöner, definitiv nicht», erklärt er. Als Alternative könnte er sich einen Standort an der Hauptstrasse, am Dorfeingang vorstellen. «Dann wäre die Antenne auch nicht so im Blickfeld. Ich wäre glücklich, wenn wir einen anderen Standort finden würden.» Der Gemeinderat will sich in den kommenden Wochen auf die Suche nach einem besseren Standort machen.

Urs Egli ist Mitglied der IG gegen die Mobilfunkantenne am Standort Altwingerten. Auch er ist mit dem geplanten Standort nicht glücklich: «Die Antenne würde fünfzig Meter vor unserem Schlafzimmer stehen», erklärt er auf Anfrage. Ausserdem würde sie die schöne Aussicht «verschandeln» und zu Wertverlusten der Liegenschaften führen. Egli äussert auch Bedenken wegen der Strahlenbelastung und der Gesundheit. Die rund zehn Mitglieder der IG sind momentan dabei, Unterschriften gegen die Antenne zu sammeln. «Die Unterstützung im Dorf ist breit», so Egli. Bereits 170 Personen hätten unterschrieben. «Diesen Standort können wir nicht akzeptieren, Ortsbild- und Denkmalschutz würden missachtet», so Egli zum Schluss. Das Baugesuch liegt noch bis zum 14. November in der Gemeindekanzlei auf. Die Swisscom hat kommuniziert, dass sie für die Antenne «kämpfen» werde.

Weinfelder Nachrichten vom Donnerstag, 7. November 2019, Seite 18 (17 Views)

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