E-Paper - 08. August 2019
Untersee Nachrichten
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Zu verschiedenen Themen

Gedanken am Rhein

Seit die Ausstellung in der Gärtnerei Denz in Wangen am See am 21. Juni 2019 statt gefunden hat, habe ich mich mit dem Thema der Präsentation: «Woher, Wohin?», gemeint war die Erde, weiter auseinandergesetzt. Die Konklusion aus dem Denken über die notwendigen Änderungen, um die Zukunft der Menschen zu sichern, seien schlagwortartig aufgeführt:

Die Verhaltensbiologie des Menschen muss sich ändern (Teilhard de Chardin 1942).

Das Ego ist zu zähmen.

Der Andersdenkende ist zu respektieren, seine Argumente zu reflektieren.

Die Umweltprobleme dürfen nicht lächerlich gemacht werden.

Das globale Klima und die Umweltzerstörung wird lokal produziert - jeder trägt eine Verantwortung.

Es muss lokal im Kleinen als auch global der Lebensraum geschützt werden.

Jeder Einzelne und jede Organisation muss Einschränkungen zum Schutz der Erde in Kauf nehmen, weil der Verschleiss an Boden, Landschaft, Atmosphäre, Rohstoffe, Energie nicht weiter gehen darf, sonst endet die Menschheit in einem globalen Totentanz.

Die Schweizer Wirtschaft darf nur noch qualitativ Wachsen.

Die Bevölkerung muss langfristig reduziert werden.

Jeglicher Verkehr, insbesondere der Luftverkehr, muss die ganzen Kosten, die er verursacht übernehmen: Infrastruktur, Luftverschmutzung, Lärm, Verletzungen, Todesfälle.

Feinstaub ist zu vermeiden oder durch technische Massnahmen zu beseitigen.

Plastik ist bei Verpackungen durch Cellulose zu ersetzen.

Der Tourismus ist einer der grössten Umweltverschmutzer, er muss die ganzen Kosten, die er weltweit verursacht, übernehmen.

Die Aufforstungen von 900 Millionen Hektaren Wald würde die Erderwärmung reduzieren und sehr viel CO2 speichern.

Bescheidenheit sei ein Ziel.

Pierre-François Bocion, Stein

Lassen Sie die Wiesen wachsen

Immer wieder gibt es tolle und notwendige Zeitungsartikel über das Leben der Insekten und Tiere. Nur was nutzt das alles, wenn man super angelegte Insekten/Vögel/Igel/Bienen und Hummel-Oasen in der Stadt, einfach wieder abschneidet. Im ehemaligen Binswangerpark sind seit nun über 4 Jahren einige hochwertige «Ausgleich-Biowiesen», erstellt worden. Dieses Jahr sogar kamen die notwendigen Disteln. Manche wundern sich schon, das das hier in der Schweiz und mitten in der Stadt überhaupt gemacht wird. Nur unverständlicherweise werden diese Tolle Insektenflächen jeweils radikal nach dem 15. Juli gemäht. Heute haben die Gärtner das erste Prachtfeld gemäht. Überall sollten aber doch mindestens 30 % stehenbleiben, sonnst bringt das vorherige wachsen lassen nur einen mini Bruchteil an Nutzen, für Insekten, Bienen, Hummeln, Igel, Vögel und weitere Tiere, die Hilfe benötigen. Durch das grossflächige Abmähen tötet man diese Tiere und vernichtet die notwendige Nahrung. Dann gibt es wieder das Hummelsterben. Biodiversität, also die biologische Vielfalt oder Artenreichtum, gute Worte, nur bei der Frage, wie geht es weiter, erscheint mir die Zeit, die vergeht, bis man sich im Gemeinderat alle Gedanken dazu gemacht hat, wieder bürokratisch langwierig. Jetzt sind die Tiere da, im Winter ruhen sie, wenn sie überlebt haben. Ich wünsche mir sofortiges Handeln. Dazu gehört, sofortiges Aufrufen aller Grundstücksbesitzer, sofort teile der Wiese wachsen und dann auch stehenzulassen, auch dann über den Winter. Die Computerrasenmäher, bei Ihrer Mähaktivität einschränken. Hier gibt es leider viele Grundstücke, da fährt der Computerrasenmäher «leise und unbemerkt» in der gesamten Wachszeit, durchgängig. Keine einzige Blüte kann sich da entwickeln, das kann's nicht sein, oder? Also zusammengefasst, für die Massnahmen, zum Schutz der Artenvielfalt, können wir selber ganz leicht handeln. Machen Sie bitte alle mit. Werden Sie aktiv. Lassen Sie die Wiesen wachsen und auch Teile über den Winter stehen. Dann helfen wir unserer Natur. Danke! Elke Arndt, Kreuzlingen

Antennenreglement statt Antennenwildwuchs

Stadtrat Zülle nennt es eine Unterstellung, dass es als schäbig empfunden wird, wenn Baugesuche für brisante Mobilfunkantennen ausgerechnet in der Ferienzeit - und erst noch verschleiernd - ausgeschrieben werden, obwohl diese nachweislich schon seit Monaten bei ihm vorliegen. Die langjährige Faktenlage und die Wahrnehmung der Betroffenen sind selbstredend keine Unterstellungen. Es wird deshalb als bedauerlich empfunden, dass er emotionale Angriffe gegen meine Person und die vielen Kritiker des Antennenwildwuchses in unserer Stadt führt. Aufschlussreich ist hingegen sein beschwichtigendes Statement zum noch nicht überarbeiteten Antennenreglement von 2011. Es wurde damals vom Gemeinderat an den Stadtrat zur Überarbeitung zurückgewiesen und nicht abgelehnt. Als Zülle danach selber zum Stadtrat gewählt wurde und das Baudepartement übernahm, hätte er beste Voraussetzungen gehabt, den unzulänglichen Reglemententwurf selber zu überarbeiten. Leider hat er den Rückweisungsauftrag auf seine eigene Weise interpretiert und bislang nichts unternommen. Es sei auch darauf hingewiesen, dass die von ihm erwähnten Grenzwerte von der Industrie initiiert wurden und inzwischen wissenschaftlich und gerichtlich mehrfach belegt ist, dass diese keinen Schutz vor langfristigen gesundheitlichen Schäden bieten. Deshalb wurde Funkstrahlung bereits 2011 in das internationale Verzeichnis krebserregender Substanzen und Strahlung aufgenommen. Aktuell hätten Stadt- und Gemeinderat in der neuen Besetzung aber die Möglichkeit, das Thema Antennenreglement erneut aufzugreifen und in die laufende Gesamtüberarbeitung des Baureglements und des Zonenplans zu übernehmen. Entsprechende Anleitungen des Bundes und des Kantons liegen dafür vor und der Verein strahlungsfreies Kreuzlingen hat vor etwa zwei Jahren dazu konstruktive Vorschläge beim Stadtrat eingereicht. Unsere Politikerinnen und Politiker sind gut beraten, vorausschauend jetzt etwas gegen den Antennenwildwuchs zu unternehmen und nicht erst dann, wenn wie angekündigt alle 150 Meter ein stark strahlender 5G-Mobilfunksender statt eines nachhaltigen Glasfasernetzes für die Gebäudeversorgung gebaut wird.

Stefan Zbornik, Kreuzlingen

Kreuzlinger Antennenprobleme

Der Artikel in den Kreuzlinger Nachrichten von Zbornik/Zülle wirft ein bedenkliches Licht auf die fiesen Praktiken von Unternehmen und der Verbandelung der Politik, ihre Ziele rücksichtslos, ohne Einbezug von uns Steuerzahlern durchzusetzen. Als «Antennentausch» wird von SALT eine Erhöhung der Sendeleistung um einen Faktor 3 deklariert und uns dadurch der wahre Sachverhalt vernebelt, und -wie mir auch aufgefallen ist- dazu stets in der Ferienzeit, wohl in der hinterhältigen Absicht, wegen Abwesenheit vieler die Einsprachemöglichkeit zu behindern. Wir können Herrn Zbornik nicht dankbar genug sein für seinen selbstlosen Einsatz, uns vor dem zunehmendem Übel noch höherer Dauerbestrahlung zu bewahren, und die Öffentlichkeit aufzuklären. Seine Rüge an den verantwortlichen Stadtrat Zülle ist weit mehr als berechtigt. Demgegenüber steht die unbefriedigende und wenig überzeugende Replik Zülles.Geradezu zynisch ist für mich das Argument, gesundheitliche Argumente und Zahl der Einsprachen hätten keinen Einfluss auf den Entscheid des Stadtrates. Gültig seien allein die Einhaltung gesetzlicher Grenzwerte. Nun hatte ja bekanntlich seine Parteikollegin BRin DL noch kurz vor ihrem Amtsende die Kühnheit, ungeachtet des schon hohen Prozentsatzes von 10% Strahlungsempfindlichen und des Negativvotums von Ständerat, Ärzteschaft und Umweltverbänden die Grenzwerte gleich um den Faktor 6 zu erhöhen, ein Schildbürgerstreich ohnegleichen. Dahinter scheint mir die Absicht erkennbar, sich nach Amtsende noch ein lukratives Pöstchen in einem Verwaltungsrat eines Unternehmens zu sichern. Daraus ergibt sich: Zuerst Eigeninteressen und erst lange danach das Wohl des Stimmbürgers! Hätte Herr Zülle wohl ähnlich geantwortet, wenn er unter Antennenstrahlung leiden würde und in seiner nächsten Umgebung die Strahlung einer Antenne gar um den Faktor 3 erhöht würde? Dabei existierten ja wirklich alternative Technologien mit weit geringerer Strahlenbelastung. Wenn er seine Hausaufgaben endlich gemacht hätte, ein griffiges Reglement diesbezüglich auszuarbeiten, statt sich herauszureden, dass es mangels Kompromissen sinnlos sei, ein solches zu erstellen, wäre es um Kreuzlingens Antennenprobleme wesentlich besser bestellt. Um eine klare Antwort, was die Strahlungserkrankten tun sollen, hat er sich ebenfalls gedrückt. Sollen sie in die Wüste geschickt werden, oder für horrende Kosten ihren Wohnplatz gegen Strahlung abschirmen lassen? Von einem Magistraten erwarte ich Zivilcourage und primär den Schutz der Bevölkerung, auch der Minorität der unter Strahlung Leidenden, statt jeden Bocksmist, der in Bern produziert wird, umzusetzen. Das ist kranker Legalismus! Sollen wir uns noch mehr verstrahlen lassen, um Telekom Unternehmen noch mehr Milliarden in ihre Kassen zu spülen, mit entsprechender Erhöhung der CEO Gehälter, und damit auch jeder Erstklässler den ganzen Schund im Internet noch schneller herunterladen kann? Grüne und Alternative werden sich über seine Wahlhilfe freuen!!

Ernst Bucher, Physiker, Kreuzlingen

Verunreinigtes Trinkwasser

Seit dem 12. Juli 2019 ist dem Stadtrat von Stein am Rhein bekannt, dass das Trinkwasser durch ein Fungizid namens Chlorothalonil verunreinigt ist. Das Fungizid gilt als krebserregend und kommt trotzdem in der Schweiz noch zum Einsatz. Erst am 19.7. informierte der Stadtrat die Bevölkerung darüber, dass Massnahmen eingeleitet wurden, indem das verunreinigte Wasser aus dem Grundwasserpumpwerk Etzwilen mit Wasser aus anderen Zuleitungen verdünnt und die Einspeisung ins Trinkwassernetz reduziert werde. Obwohl der Stadtrat verpflichtet wäre, die Bevölkerung unverzüglich zu informieren! Die Einwohnerratsfraktion der SP Stein am Rhein reichte am Freitag eine Interpellation ein, in der gefragt wird, warum der Stadtrat erst eine Woche später, auf Grund eines Berichts der Tagesschau vom Vortag, informiert? Worauf sich der Stadtrat stützt, wenn er aussagt, es bestehe keine akute Gesundheitsgefahr und das Trinkwasser müsse nicht abgekocht werden, obwohl bekannt ist, dass das Fungizid weder durch Abkochen noch durch eine andere Behandlung reduziert werden kann. Und warum immer noch nicht alle Schutzzonen von Trinkwasserbezugsorten ausgeschieden seien, obwohl dazu bereits Ende 2004 der Einwohnerrat den notwendigen Kredit für die Ausscheidung dieser Schutzzonen gemäss den gesetzlichen Vorgaben bewilligt hatte. Die SP Stein am Rhein ist der Meinung, Trinkwasser ist nicht nur über tausend Mal günstiger als Mineralwasser, sondern auch in der Ökobilanz haushoch überlegen hochwertiges Trinkwasser ist damit aus sozialer, ökologischer wie auch gesundheitlicher Perspektive ein hohes Gut, dem wir mit aller Sorgfalt zu begegnen zu haben. SP Stein am Rhein

Untersee Nachrichten vom Donnerstag, 8. August 2019, Seite 16 (30 Views)

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