E-Paper - 06. Juni 2019
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Wie steht es um die Kreuzlinger Brücken?

Von Tamara Schäpper

Es ist zehn Monate her, seit das Autobahnviadukt Polcevera in Genua eingestürzt ist. Seither betritt oder befährt man eine Brücke mit einem anderen Gefühl. In der Region müsse man sich aber keine Sorgen machen. Die Brücken seien in gutem Zustand. Das bestätigen Fachleute vom Bund, Kanton und der Stadt Kreuzlingen.

Kreuzlingen Mit einem Beitrag über den Zustand von Schweizer Brücken hat SRF Ende Februar die Gemüter erhitzt. «Über 60 Schweizer Brücken sind in schlechtem Zustand», titelte die Tagesschau ihren Beitrag. Thomas Rohrbach, Pressesprecher vom Bundesamt für Strassen beruhigt: «Nicht 60 Brücken sind in schlechtem Zustand, sondern schweizweit 60 Bauwerke.» Dazu gehören laut Rohrbach auch Tunnel, Trogbauwerke, Regenrückhaltebecken oder Lärmschutzwände. Und, ergänzt er, der Standard in der Schweiz sei überdurchschnittlich. Bauten, die als kritisch eingestuft werden, seien keinesfalls einsturzgefährdet. Die Beurteilung beziehe sich lediglich auf Einzelteile des Bauwerks.

Unbedeutende Schäden

Die meisten Bauten in der Region Kreuzlingen werden mit gut oder mittel bewertet. Wobei mittel heisst, dass unbedeutende Schäden ohne Auswirkung auf die Sicherheit und die Funktionstauglichkeit bestehen. In der benachbarten Region Frauenfeld werden einzelne Bauwerke, wie die Brücke Tegelbach Burgerholz in Frauenfeld, die Thurbrücke Nord in Müllheim oder der Durchlass vom Dorfbach Gachnang vom Astra als beschädigt eingestuft. Definiert wird diese Zustandsnote mit mittelschweren Schäden ohne Auswirkungen auf die Sicherheit, bedingt aber einer verschärften Überwachung.

Brücken in gutem Zustand

Jene Brücken, die weder über Kantons- noch Bundesstrassen führen, verwaltet die Stadt Kreuzlingen. Dazu gehört unter anderem der Seegartensteg. Zuständig für die Wartung der Brücken ist das Departement Bau der Stadt Kreuzlingen. Ernst Zülle, Stadtrat und Vorsteher des Departements sagt, die Brücken, die im Besitz der Stadt sind, befänden sich im Allgemeinen in einem guten Zustand. Jedoch seien bereits einige Brücken und Bauten in die Jahre gekommen, so dass diesbezüglich in der nächsten Zeit vermehrt Sanierungen vorgesehen seien. Die Bauten werden einmal im Jahr durch das Personal des Werkhofes abgelaufen. Allfällige Schäden oder bauliche Mängel werden dann gemeldet und entsprechende Sanierungsmassnahmen ausgelöst.

Robust und dauerhaft konzipiert

Ähnlich wie Zülle reagiert auch Mario Töngi, Leiter Abteilung Kunstbau beim Kanton Thurgau auf die Anfrage, in welchem Zustand die Brücken bei Kantonsstrassen seien. «Allgemein in gutem Zustand», sagt er. Auch der Kanton prüft und inspiziert die Brücken regelmässig. Alle vier Jahre werden die Objekte visuell angeschaut. In diesem Jahr werden an der Thurbrücke in Pfyn Unterhaltsarbeiten durchgeführt. Die Brücke werde statisch überprüft und bezüglich Erdbebensicherheit ertüchtigt. Das sei aktuell das grösste Brückenprojekt auf dem Kantonsstrassennetz, sagt Töngi. Weiter stehen dieses Jahr einige Neubauten und Instandstellungen von Bachdurchlässen an. Die hauptsächlichen Arbeiten an Brücken und Bauten auf Kantonsstrassen ist die Instandsetzung, der Schutz oder die Anpassung der Betonstrukturen. Gründe für Letzteres können laut Töngi Nutzungsänderungen im Verlauf der letzten Jahre sein. Im Winter sei ausserdem das Salz ein Feind der Brücke. Genauer gesagt des Betons. Denn das Chlorid im Salz zerstört den Beton. Dies betreffe aber nicht das Brückentragwerk an sich, sondern vielmehr die Konsolköpfe oder die Brüstungsmauern. Denn die eigentliche Konstruktion wird durch eine Abdichtung geschützt.

Ein Fall wie jener vor sieben Monaten in Genua ist in der Schweiz laut Töngi also kaum denkbar. «Klar, eine Restmöglichkeit besteht, aber unsere Brücken sind sehr robust und dauerhaft konzipiert», sagt er. So seien Schweizer Brücken auf die äusseren Einflüsse bemessen und dank ständiger Unterhalts- und Instandhaltungsarbeiten stets in bedenkenlosem Zustand.

Kreuzlinger Nachrichten vom Donnerstag, 6. Juni 2019, Seite 1 (15 Views)

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