E-Paper - 31. Mai 2019
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Ein politisches Bündnis

An der Buchvernissage «Burgrecht. Von der Einbürgerung zum politischen Bündnis im Spätmittelalter» im Schloss Frauenfeld geht der Historiker Dr. Heinrich Speich auf eine besondere Bündnisform ein.

Frauenfeld Ab dem 13. Jahrhundert ist es Klöstern und Adligen möglich, in Städten eingebürgert zu werden. Die Einbürgerung erfolgt mittels eigenem Vertragstyp, dem Burgrecht. Ihre Sonderrechte müssen die Klöster und Adlige dabei nicht abgeben die Bedingungen und Steuerbeträge sind schriftlich in einem bündnisartigen Vertrag festgehalten. Dafür erhalten sie von der Stadt festgelegte Rechte, beispielsweise gerichtlichen Schutz und den Marktzugang. Im Laufe des 14. Jahrhunderts wandeln sich die Einbürgerungsverträge vermehrt zu Knebelverträgen, mit denen die Städte die umgebenden Adligen und Klöster immer enger an sich binden. Es entstehen zunehmend Konflikte um die Vertragsinhalte. Die Länderorte kopieren bald die erfolgreichen Städte und nehmen Adlige, Klöster, Dörfer und ganze Landschaften ebenfalls in ihr Landrecht auf. So wird die Eidgenossenschaft im Spätmittelalter zu einem bunten Verband von Städten, Ländern, Adligen und Klöstern, der durch Bündnisse, Burg- und Landrechte und der Lösung der daraus entstehenden Konflikte geprägt ist. In seiner Dissertation «Burgrecht. Von der Einbürgerung zum politischen Bündnis im Spätmittelalter» geht Heinrich Speich, Historiker und Museumsführer am Historischen Museum Thurgau, auf diese Bündnisform ein. Zusammen mit Dr. Claudia Zey, Professorin an der Universität Zürich, und dem Landesarchivar des Landes Glarus Dr. Fritz Rigendinger vertieft er die Thematik an der Vernissage vom Dienstag, 4. Juni im Schloss Frauenfeld. Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr, der Eintritt ist frei, anschliessend wird ein Apéro offeriert. red

Weinfelder Nachrichten vom Freitag, 31. Mai 2019, Seite 24 (32 Views)

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