E-Paper - 31. Mai 2019
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Feinstaub-Grenzwert überschritten

Die Belastung mit Feinstaub ist in der Ostschweiz immer noch zu hoch. Dies geht aus dem Jahresbericht von OSTLUFT hervor. OSTLUFT ist die Luftqualitätsüberwachung der Ostschweizer Kantone und des Fürstentums Liechtenstein.

Region 2018 wurde in der Schweiz zusätzlich ein Grenzwert für besonders kleine Feinstaubpartikel in der Luft eingeführt. Diese werden unter dem Namen «PM2.5» zusammengefasst und enthalten alle Partikel, die einen Durchmesser von 2.5 Mikrometer oder weniger haben. Dazu gehören unter anderem auch die krebserregenden Russteilchen aus dem Strassenverkehr und den Holzfeuerungen. Die Resultate der ersten Messungen zeigen, dass im Jahr 2018 bei allen Messstationen der Ostschweiz der Grenzwert für PM2.5 überschritten wurde. Dies gibt OSTLUFT, die Luftqualitätsüberwachung der Ostschweizer Kantone und des Fürstentums Liechtenstein bekannt.

Feinstaub als Gesundheitsrisiko

Der PM2.5-Anteil des Feinstaubs ist besonders schädlich, denn je feiner die Partikel, desto tiefer können sie in die Lungen eindringen. Das hat gesundheitliche Folgen wie etwa Reizungen und chronische Entzündungen der Atemwege sowie Asthma. Die Partikel können auch Auswirkungen auf das Herzkreislaufsystem haben und das Risiko von Herzinfarkt oder Hirnschlag erhöhen. Wegen seiner geringen Grösse können die Partikel sogar via Lungenbläschen in die Blutbahn gelangen mit bislang unbekannten Folgen. Für den Grenzwert orientiert sich die Schweiz an den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation WHO.

Hohe Belastungen

Die Unterschiede der Jahresmittelwerte von PM2.5 an den Ostschweizer Messstandorten sind gering. Die PM2.5-Belastung überschreitet den Grenzwert. «Aufgrund der gesundheitlichen Relevanz, und weil PM2.5 auch häufig Russ beinhaltet, sind weitere Anstrengungen zur Verbesserung der Situation notwendig», sagt Dominik Noger, Geschäftsleiter OSTLUFT. Zu den Quellen für Feinstaub und Russ zählen vor allem der Strassenverkehr und Holzfeuerungen. Bei letzteren spielen auch private Holzheizungen wie etwa Holzzentralheizungen, Kachelöfen oder Kleinöfen eine Rolle.

Kontrollen und Eigenverantwortung bei Holzfeuerungen

Schon seit Jahren arbeiten die Behörden auf eine Senkung der Feinstaubbelastung hin. Die Einführung von Rauchgasreinigungen bei der Industrie, die Filterpflicht bei grossen Holzfeuerungen oder die Dieselpartikelfilter bei Autos sind nur einige der Massnahmen. Um auch die Konzentration der besonders kleinen Partikel wie PM2.5 weiter zu senken, wurde letztes Jahr die Luftreinhalte-Verordnung revidiert. Zu den gesetzlichen Neuerungen zählt unter anderem die Messpflicht für Holzzentralheizungen. Ist der Schadstoffausstoss zu hoch, muss der Heizkessel saniert respektive ersetzt werden. «Das reicht jedoch nicht. Bei den unzähligen Kleinfeuerungen gibt es keine Messpflicht. Dort sind wir primär auf die Eigenverantwortung der Besitzer angewiesen. Denn wie man feuert, hat einen erheblichen Einfluss auf die Emissionen», betont Noger.

Hilfe beim Autokauf

Ebenfalls förderlich für die Luftqualität dürfte die anstehende Einführung der neuen Abgasnorm «Euro 6d-TEMP» im September dieses Jahres sein. «Anders als bei der Euro 6 Norm ist bei Euro 6d-TEMP die legale Schummelei nicht mehr möglich. Hier werden die Emissionen auch im Realbetrieb überprüft. Beim Autokauf ist also auf diese Norm zu achten», sagt Noger. Mehr Infos unter www.ostluft.ch. red

Untersee Nachrichten vom Freitag, 31. Mai 2019, Seite 5 (14 Views)

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