E-Paper - 21. März 2019
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Täglich wird im Thurgau «gefreiwilligt»

Von Werner Lenzin

An der Mitgliederversammlung von Benevol Thurgau beleuchtete die neue Geschäftsführerin Sabina Peter Köstli das verflossene Geschäftsjahr. Den Hauptfokus legt man 2019 auf die Zusammenarbeit mit den Gemeinden.

Weinfelden «Die Thurgauer Regierung ist sich des hohen Stellenwerts der Freiwilligenarbeit bewusst und ohne dieses Engagement wäre insbesondere in den Gemeinden vieles nicht möglich», wandte sich Regierungspräsidentin Cornelia Komposch an die 58 Anwesenden, darunter 35 stimmberechtigte Mitglieder. Ihr sei die Freiwilligenarbeit in die Wiege gelegt worden, habe doch schon ihr Vater Nachbarshilfe geleistet und ihre Mutter in Chur die Zeitbörse ins Leben gerufen. «Heute dürfen meine betagten Eltern auf die Freiwilligen-Unterstützung zählen», sagte Komposch und hielt fest: «Die Freiwilligenarbeit muss im Zeitalter der Digitalisierung umdenken».

Beratung von Freiwilligen

Präsident Paul Engelmann und Geschäftsführerin Sabina Peter Köstli führten durch die zügig verlaufende Versammlung. Beeindruckt zeigte sich die Geschäftsführerin davon, dass sich jährlich schweizweit 2.7 Millionen Menschen gemeinnützig engagieren, dies im Rahmen von 700 Millionen Stunden. Das entspricht gemäss Peter Köstli einem Marktwert von 35 768 Millionen Franken. Eine Studie zeigt, dass die neuen Freiwilligen mitgestalten, mitbestimmen und sich engagieren wollen, dies vorzugsweise in zeitlich beschränkten Projekten. Die Geschäftsführerin hält fest: «Das gemeinnützige Engagement verlagert sich von den formellen zu den informellen Bereichen. Für die Geschäftsführerin beinhaltet eine der Hauptaufgaben von Benevol die Beratung von Freiwilligen. Zukünftig ist man bestrebt, den Hauptfokus auf die Gemeinden zu richten und diese zu sensibilisieren. Priorität ist auch die Öffentlichkeitsarbeit und die Rekrutierung junger Freiwilligen. Diskutiert wird zudem die Schaffung eines Motivationspreises für einen jugendlichen «Held des Alltags».

Knappe Finanzen

Ein Dauerthema sind bei Benevol Thurgau die Finanzen und die sehr beschränkten Mittel. Der von Adelheid Hofstetter vorgelegte Kassabericht zeigt einen Verlust von 1880 Franken, was zu einer Abnahme des Vereinsvermögens auf 25 300 Franken führt. Ohne Gegenstimme genehmigte man den Jahresbericht, die Jahresrechnung 2018 und das Budget 2019, welches mit einem Verlust von 3200 Franken rechnet. Hannu Fehr vom Sportamt Thurgau wies hin auf die «Vereinsschmiede», den Impulsworkshop mit den Themen «Sponsoring/Crowdfundig», «Medien/Kommunikation» und «Mitgliedergewinnung /Nachfolgeplanung». Als wichtige Veranstaltungen in diesem Jahr nennt der Präsident die Mitgliederveranstaltung Benevol Thurgau Forum (24. Oktober). Das Kaminfeuergespräch im Herbst wird sich mit der Sensibilisierung der Freiwilligenarbeit befassen. Diese ist aufgrund der demografischen Entwicklung rückläufig, weshalb mehr engagierte Personen notwendig werden.

Untersee Nachrichten vom Donnerstag, 21. März 2019, Seite 28 (19 Views)

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