E-Paper - 10. Januar 2019
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«Aus unserer Sicht klar am richtigen Ort»

Von Tamara Schäpper

Am 10. Februar stimmt Frauenfeld über die Zukunft des Grundstücks Ecke Sonnenhof-/Schaffhauserstrasse ab. Stimmt das Stimmvolk Ja, kommt darauf ein Reiseterminal zu stehen. Stadt- und Gemeinderat befürworten das Projekt. Aber es zeigt sich Gegenwind aus der Bevölkerung.

Frauenfeld In den aktuellen Legislaturschwerpunkten hat sich der Stadtrat Frauenfeld das Ziel gesetzt, die Ansiedlung von neuen Arbeitsplätzen zu fördern. Deshalb soll auf der städtischen Gewerbeparzelle an der Ecke Sonnenhof-/Schaffhauserstrasse ein Reisezentrum der Twerenbold Service AG entstehen. Am Montag nahm Stadtpräsident Anders Stokholm Stellung dazu.

Raum für Argumente von beiden Seiten

Die Abstimmungsbotschaft wurde Ende letztes Jahr im Stadtrat verabschiedet. Die Botschaft ist umfassend. Einerseits, weil es sich um ein grosses Projekt handelt, andererseits, weil den Argumenten der Gegner aber auch des Stadtrates genügend Raum gegeben werden soll.

Grundstücke der Stadt

Die Stadt Frauenfeld besitzt Grundstücke aus drei Gründen. Einerseits, weil sie städtebaulich Grundstücke sichern möchte oder auch aus wirtschaftlichen oder sozialen Gründen. Für eigene Zwecke sind die Grundstücke entweder im Verwaltungsvermögen, wo sich die eigenen Gebäude der Stadt befinden oder in der öffentlichen Zone. Die Liegenschaftsstrategie der Stadt richtet sich darauf aus, den eigenen Bedarf für Werkbetriebe, Verwaltung oder das Alterszentrum zu decken. Aber sie wird auch zur Wirtschafts- und Standortförderung eingesetzt oder zur Förderung einer guten sozialen Durchmischung und preisgünstigem Wohnungsraum.

Schon immer für Verkauf gedacht

Das Grundstück an der Ecke Sonnenhof-/Schaffhauserstrasse ist im Finanzvermögen. Das heisst, es war nie für eigene Zwecke, sondern stets für den Verkauf gedacht. Auch ist es nicht in der öffentlichen, sondern in der Wohn- und Gewerbe, respektive in der Gewerbe- und Kleinindustriezone. Schon immer war das Grundstück für die Ansiedlung eines Unternehmens gedacht. Entsprechend wird das Grundstück auch eingesetzt, um Arbeitsplätze zu schaffen. Im Fall Twerenbold wären dies Arbeitsplätze im Dienstleistungssektor gemischter Qualifikationen. Zusätzlich sind 32 mittlere bis grosse Wohnungen im günstigen Sektor geplant. Die Gegnerschaft argumentiert damit, dass der Bau auf Wohnzone zu stehen kommen soll. «Seit mehr als 30 Jahren ist dies klar nicht der Fall», sagt Stokholm. Der Plan der Zone sei es, so der Stadtpräsident, dass man einen Riegel gegenüber der Autobahn und der Hauptstrasse habe.

Bus- oder Reiseterminal?

Das Vorhaben der Firma Twerenbold Service AG sieht ein Reiseterminal vor. «Es ist also kein Busterminal», betont Stokholm. Klar seien es Busse, die ein- und ausfahren, aber nicht wie beim Stadtbusterminal, wo Busse um Viertelstundentakt hin- und wegfahren. Konkret spricht man von 16 Busbewegungen am Tag, bei Stadtbus sind es rund 50.

Kleine bis mittlere Lärmbelästigung

Die Lärmbelästigung von zu- und wegfahrenden Fahrzeugen sei im kleineren bis mittleren Bereich und nicht wie behauptet übermässig, so Stokholm. «Überall wo solche Reiseterminals eingeschätzt werden, werden sie als kleine bis mittelmässige Lärmbelästigung eingeschätzt», sagt er. Dies ein Grund für die Stadt, den Terminal nicht im Industriegebiet der Stadt anzusiedeln. Denn dort, wo die Stadt auch Grundstücke hat, seien Unternehmungen anzusiedeln, die durch den Verkehr oder Betrieb grössere Lärmstörungen verursachen. «Es wäre ein Verschenken eines Industriegrundstückes, würde man es für ein solches Projekt nutzen.»

Zur Firma

Die Twerenbold AG sei eine Firma mit Wachstumspotenzial, so der Stadtrat in der Abstimmungsbotschaft. 60 Arbeitsplätze sollen in Frauenfeld entstehen. Das Projekt wurde im Wettbewerbsverfahren architektonisch ausgeführt. «Aus unserer Sicht würde der Bau klar am richtigen Ort zu stehen kommen», so Stokholm.

Die Zufahrten zum Gelände

Die Zufahrt zum Gebäude findet über die Schaffhauserstrasse statt. Die Sonnenhofstrasse sei nur auf ca. 40 Metern von der Carzufahrt betroffen. «Es wird also kein Schulweg tangiert», sagt Stokholm. Die Carhalle ist geschlossen. Das heisst, der Lärm, der durch in- und aussteigen entstehen wird, findet in der Halle statt und nicht draussen. Auch das Argument des Aufwärmens der Cars und die dadurch entstehende Lärmbelästigung wendet Stokholm ab: «Die müssen nicht aufgewärmt werden, die stehen schliesslich in einer geschlossenen Halle.» Die Hauptbetriebszeiten sind von 6 bis 10 und von 16 bis 21 Uhr. «Also nicht in der Nacht», sagt Stokholm. Das Projekt bringt der Stadt 5.7 Millionen Franken Bareinnahmen, wovon 2.9 Millionen netto anfallen.

Kreuzlinger Nachrichten vom Donnerstag, 10. Januar 2019, Seite 8 (9 Views)

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