E-Paper - 29. November 2018
Kreuzlinger Nachrichten
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50 Jahre Kanti: Demo, Streit und zerstochene Reifen

Von Angelina Rabener

Seit fünf Jahren schreibt der Kreuzlinger Historiker Daniel Hurtado an einer Chronik über die Kantonsschule Kreuzlingen, die am 4. Mai 2019 ihr 50-Jahr-Jubiläum feiert. Eine grosse Herausforderung für den Geschichtslehrer.

Kreuzlingen Es war Rektor Arno Germann, der im Jahr 2013 die Idee hatte, zum Schuljubiläum ein Buch herauszugeben. «Als Historiker reizte mich diese Gelegenheit von Anfang an», sagt Daniel Hurtado. «Was gibt es spannenderes, als in den Archiven der Schule herumwühlen zu dürfen, in ihren 'Innereien' sozusagen.» Doch je mehr sich Hurtado mit dem Projekt beschäftigte, desto mehr erkannte er, dass seine anfänglichen Vorstellungen teilweise blauäugig waren. «Das Archiv enthielt unzählige Dokumente, aber kaum Bilder. Solche Gegensätze gab es während der Arbeit zwar viele, letztlich sehe ich sie aber als reizvolle Herausforderungen.»

Aus der Chronik

Der Lehrer erzählt: «In Kreuzlingen entstand 1957 ein Aktionskomitee mit dem Ziel einer zweiten Thurgauer Kantonsschule. Auslöser dafür waren einerseits die Abstimmung über die Erweiterung der Kantonsschule Frauenfeld. Andererseits gab es seit etwa 1952 verschiedene Artikel in der Presse, welche im Bereich der Mittelschulen Handlungsbedarf orteten. Als 'Drohszenario' diente 1952 die Befürchtung, Schüler aus dem Raum Diessenhofen könnten bald nicht mehr ohne Weiteres auf die Kantonsschule Schaffhausen ausweichen dürfen.» Es war Journalist Willi Rüedi vom Thurgauer Volksfreund, der am 28. Dezember 1956 seine denkwürdige Einladung an 15 Personen schickte, die ein Aktionskomitee gründeten.

Schlacht per Leserbriefe

Bevor es aber zur Kanti-Paarung Kreuzlingen und Romanshorn kam, galt Romanshorn als grosser Konkurrent gegenüber dem Standort Kreuzlingen. «Zeitenweise waren sich die Aktionskomitees der beiden Orte spinnefeind und beharkten sich via Leserbriefspalte im jeweiligen Ortsblatt» so der Historiker. Besonders schlimm war es, als der zuständige Regierungsrat Romanshorn dann alleine den Zuschlag gab. «Die Kreuzlinger bezichtigen ihn faktisch der Verschwörung und prüften das Romanshorner Gesuch minutiös nach. In Romanshorn bezichtigte man die Kreuzlinger als 'Demagogen', die mit 'propagandistischem Trommelfeuer sondergleichen' versuchten, den Grossen Rat dazu zu bringen, den Entscheid für den Standort Romanshorn zu kippen.

Kreuzlinger Nachrichten vom Donnerstag, 29. November 2018, Seite 1 (34 Views)

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